Live Review: Musik

ROCK AREA FESTIVAL 2010 Loreley Freilichtbühne 29.07. – 31.07.2010

Geschrieben von: Robin Geiss Mittwoch, 18. August 2010 um 11:09 Uhr

Das ROCK AREA Festival ging 2010 zum vierten Mal in die Runde (bisher 2x in Losheim und einmal auf der Loreley Freilichtbühne) und wieder erwartete den Banger ein hochkarätiges Programm, wobei aber wohl eher die härtere Fraktion angesprochen wurde.
Dieses Jahr gab es auch das erste Mal 2 Bühnen, wobei die zweite Stage am Rande des Weges aufgebaut wurde, der den Einlass und das Hauptgelände verband und zusätzlich Verkaufsständen Platz bot. Auf dieser Bühne, deren Vorplatz fast komplett mit Stroh durch den vorm eigentlichen Event stattfindenden Regen aufgeweichten Boden abdeckte, spielten ebenfalls Namenhafte Bands wie CRO MAGS oder BLAZE BAYLEY, seines Zeichens Ex-Sänger der Band IRON MAIDEN.
Die Freilichtbühne Loreley eignet sich hervorragend für solche Festivals und weißt dabei einige Ähnlichkeiten mit dem Amphitheater in Gelsenkirchen auf, wo jedes Jahr das ROCK HARD Festival stattfindet. Jedoch ist die Loreley eigentlich noch schöner, da sich die Ränge hier nicht so steril aus Beton präsentieren und es obendrein richtig große Wiesenflächen am oberen Rand gibt wo noch einige Bäume bei heißem Wetter Schatten spenden. Also optimale Bedingungen um ein Festival aufzuziehen, was sich wohl auch die Saarbangers dachten und das Festival von Losheim an die Loreley verlegten.
Ausverkauft dürfte das Festival an diesem Wochenende nicht gewesen sein und man kann nur hoffen, dass die Veranstalter keinen Verlust einfuhren, damit dieses Event auch im nächsten Jahr stattfinden kann. Gründe, warum nicht genügend Besucher da waren kann man wohl am ehesten darin suchen, dass es derzeit einfach zu viele Festivals dieser Art gibt, es dieses Jahr direkt auf das Wochenende vor Wacken fiel (was mich auch ursprünglich davon abhalten sollte) und die meisten Banger sich solche Events nicht direkt hintereinander geben wollen und vielleicht noch die Tatsache, dass eben fast nur härtere Bands gebucht wurden. Vielleicht tun sich die Saarbangers einen Gefallen damit, etwas mehr „normale“ Bands dazwischen zu mogeln um ein bunteres Publikum anzuziehen und somit gleichzeitig mehr Leute anzulocken.
Lobenswert an diesem Festival ist neben der Location auf jeden Fall die freundliche Crew (Parplatzanweiser, Security, Ausschank), die fairen Eintrittspreise und die familiäre Atmosphäre da es eben nicht zu überlaufen ist.
Die Merchandise, Essens und Getränkepreise sind beim heutigen Standard voll und ganz ok. Feste Toiletten gibt es auch, nur bei wachsender Besucherzahl sollten zusätzlich noch (wie im Heft auch ausgeschrieben) zusätzliche mobile Toiletten aufgestellt werden.
Zu bemängeln ist auf jeden Fall die Lage des Zeltplatzes, die der Veranstalter mit etwas anderer logistischer Planung auch woanders hin hätte verlagern können sodass die Zeltbesucher nicht unbedingt am Hang fast schon im Stehen schlafen müssen. Weiterhin war die Essensauswahl mit zwei Ständen doch mager ausgefallen. Auch hier wurden mehr Stände im Heft angezeigt, eventuell wurde aber wegen zu schwacher Vorverkaufszahl auch die Notbremse gezogen.
Aber, trotz dieser Mängel hoffe ich dass dieses Event in der Menge überlebt und sich etabliert. Und kein Festival lief bisher von Anfang an perfekt.
Und nun zum Hauptthema: Die Bands.

Donnerstag:

Die EXREMENTORY GRINDFUCKERS eröffnen dieses Jahr und schmeißen bekannte Schunkelhits mit Grindcoreeinlagen durcheinander. Dem einen gefällts, die Besoffenen sind überglücklich und starten eine Bolonese und andere flüchten. Anspruchsvoll ist hier nichts, unterhaltsam allemal und wer Humor besitzt findet auch die ein oder andere Stelle zum Lachen. Auf jeden Fall ein lustiger Opener.
Danach folgen AXXIS, die sich vom meldoischen Hard n Heavy Rock über die Jahre zum Doublebass und Keyboard tragenden Power Metal gemausert haben. Mir selbst gefällt diese Entwicklung eher nicht so gut. Die Songs sind zwar auch in neueren Zeiten gut gelungen, doch stach die Band um Sänger und Entertainer Bernhard Weiß früher mehr aus der Masse hervor, in der sie jetzt unterzugehen droht. Eine Gastsängerin ist heute nicht dabei, hohe Gesangspassagen werden durch das Keyboard ersetzt und auch wenn anfangs nur neue Songs gespielt werden, Bernhard kann auf jeden Fall das anwesende Publikum (das etwas weniger noch als bei den EG’s ist) unterhalten und durch seine sympathische lustige Art bei Laune halten und begeistert auch Leute, die mit der Musik normalerweise nichts anfangen können. Eine kurze Akustik Einlage mit „Touch the Rainbow“ und einer Gastsängerin aus dem Publikum gibt’s noch und mit „Living In a World“, „Little Look Back“ und der Zugabe „Kingdom Of The Night“ folgen dann auch die Lieder, auf die das ganze Publikum gewartet hat und die hoffentlich in der Zukunft auch wieder die Stilrichtung einer immer noch starken deutschen Metal Band vorgeben werden.
J.B.O., ebenso eine Band die nicht überall auf Gegenliebe stößt, ziehen aber zumindest an diesem Tag viel mehr Leute und die 4 Rosamänner geben Gas und ziehen eine gewohnt lustige Show ab. Man mag ja von der Truppe halten was man will, zumindest aber waren sie die ersten, die auf richtig professionellem Niveau (reimt sich auf JBO) die Metal Seite verarscht hat. Und das aber immer mit einer Betonung FÜR den Metal. Einige neue Lieder, ein Medley aus bisherigen Medleys und Gassenhauer wie „Gänseblümchen“ oder „Ich liebe dir“ werden hier vorgetragen und auch nicht aufgenommenes wie eine Einlage des „Time Warp“ aus der Rocky Horror Picture Show lassen das Publikum johlen und feiern und natürlich gibt’s „Ein guter Tag zu Sterben“ und „Verteidiger des Blödsinns“ als Abschluss und wieder einmal fragt sich der geneigte betrunkene Fan (und Schreiber dieser Zeilen) wo die Zeit hin ist.
Nach einer kurzen Umbaupause lädt dann die Queen des Metal, Mrs. Doro Pesch zum Konzert ein und begeistert direkt mal alle Old School Metaller mit Songs wie „True As Steel“ oder „I Rule The Ruins“. Mit „Egypt (The Chains Are On)“ zollt DORO dem kürzlich verstorbenen DIO ihren Tribut welches sehr gefühlvoll dahergebracht wird und sicherlich zu den Highlights gezählt werden darf. „Für Immer“ und „All We Are“ dürfen nicht fehlen und wer zu dem Zeitpunkt noch nicht so voll ist wie ich, der konnte bestimmt noch gut bei der anschließenden Metal Disco bei der Vorbühne feiern. Meine Lampen waren aus und ich wache erst wieder auf als es heißt:

Freitag:

Mit Kopfweh wird pünktlich um 14:30 der Startschuß mit GAMA BOMB gegeben, einer Old School Thrash Band neueren Datums die schon mal große Aufmerksamkeit einfahren konnten, indem sie ihr Album zum kostenlosen Download über Earache anboten. Das Album stach auf jeden Fall aus der Flut der Thrash Veröffentlichungen der letzten Zeit hervor doch wurde ich live etwas enttäuscht. Sänger Philly machte nicht gerade den Eindruck eines erfahrenen Frontmanns und die Songs knallten lange nicht so aus den Boxen wie auf CD. Spielerisch durchaus in Ordnung lies aber auch das Stageacting der restlichen Band zu wünschen übrig, denn außer auf der Stelle bangen wurde nicht viel geboten. Die vordersten Reihen der Fans hatten dennoch sichtlich Spass und schlecht konnte man den Gig nun auch nicht abtun.
Was schon am Vortag auffiel: Anscheinend ging die Angst vor Verletzungen durch Moshpits, Circlepits oder Crowdsurfing bei den Veranstaltern um, so dass kurzerhand fast der gesamte vordere Kreis vor der Bühne abgesperrt war und dafür die Bühne in der Mitte einen Steg bekam. Ob so was sein muß ist fraglich, der Stimmung zuträglich dürfte dies auf keinen Fall gewesen sein.
Mit BENEDICTION kam eines der Szene Urgesteine aus Birmingham auf die Bühne und zelebrierten Death Metal der alten Schule. Die Reihen waren mittlerweile ordentlich gefüllt und die Band gab auch ordentlich Gas. Die Songs zündeten und Sänger Dave Hunt punktete beim Publikum mit deutschen Ansagen. Band wie Publikum hatten sichtlich Spass, umso größer die Enttäuschung das schon nach 30 Minuten wegen einer nicht erklärten Verzögerung am Anfang Schluß war. Schade, nächstes Mal bitte mehr davon.
DARK TRANQUILITY Anhänger müssen leider einen anderen Bericht lesen als diesen, denn selbst zwei Essensstände müssen ja auch mal ausprobiert werden. Bei ENSIFERUM war ungefähr die gleiche Meute an Leuten anwesend, jedoch die Stimmung deutlich verhaltener. Wahrscheinlich war diese Band den Anwesenden nicht hart genug, denn die Band hat ihre folkloristisch angehauchten Songs auf jeden Fall gut dargeboten.
NAPALM DEATH, die zweite Band aus Birmingham lockten zwar weniger Publikum hervor, jedoch gingen diese steil ab. Auch Barney versuchte sich mit deutschen Ansagen und ein mir bekannter Herr stellte die These auf, dass es in Birmingham heute kostenlose Deutsch Kurse gab. Die Band trümmerte sich durch neuere Songs vom „Time Waits For No Slave“ Album sowie durch die Klassiker „You Suffer“, „Suffer The Children“ oder „Scum“. Barney zappelte wieder mal über die Bühne und man fragt sich jedes Mal ob dies nun Stromschläge oder epileptische Anfälle sind. Sehr unterhaltsam die Truppe, auf jeden Fall.
Onkel Tom, heute mit Begleitband SODOM am Start legten einen soliden Gig hin. „Iron Fist“, „Outbreak Of Evil“ oder „Napalm In The Morning“ wurden gut runtergezockt und auch Mitgröhlnummern wie „Ausgebombt“ oder „Aber bitte mit Sahne“ (zum Glück ohne hohen Echorefrain) kamen beim Publikum gut an. Mehr als solide konnte man den Gig allerdings nicht bezeichnen, was vielleicht daran liegen mag das die Band zwar nicht mit Veröffentlichungswut auffällt, dafür aber live oft spielt und man auch die schönsten Klassiker langsam als Standard abtut. Spasssss gemacht hat’s auf jeden Fall.
Mit APOCALYPTICA klingt der Freitag aus und die mittlerweile 3 Cellisten und ein Schlagwerker lassen jedes Mal vergessen, dass hier keine für den Metal eigentlich unverzichtbare E-Gitarre am Start ist. Gastsänger entern auch die Bühne doch am besten kommen nicht nur beim Verfasser die Coversongs von Sepultura (Refuse/Resist) oder Metallica (One) an. Die Ränge sind gefüllt, die Lichtshow stimmt gut auf die Finnen ein und sehenswert ist dies allemal. Gute Nacht bis Morgen.

Samstag:

Um kurz vor zwei entern die Power Metaller von MOB RULES die Bühne und es fällt auf, das leider noch weniger Leute anwesend sind wie am Vortag zur gleichen Zeit bei GAMA BOMB. Den Spielleuten von MOB RULES scheint dies egal zu sein, denn hier passiert auf jeden Fall viel mehr auf der Bühne und Sänger Klaus holt alles aus den Anwesenden Leuten raus, animiert ständig und bringt auch faule Hobby-Journalisten dazu, sich einige Stufen weiter nach unten zu setzen.
Danach haben die Rumpel-Metaller von DESASTER fast schon Heimspiel, es tummeln sich zahlreiche Leute vor der Bühne die noch vorm Gig vom Sänger persönlich mit Handschlag begrüßt werden. Koblenz, die Heimat von DESASTER, liegt ja auch fast um die Ecke und so können die Herrschaften nichts verkehrt machen und spielen noch ein schönes „Countess Bathory“ Venom Cover.
HOLY MOSES und THYRIFING haben auch angenehmen Zuschauerzuspruch, wobei den meisten an diesem Samstag die Sonne zu sehr aufs Hirn brutzelt. Sobald nämlich die Wolken etwas verschwinden merkt man doch dass es eigentlich Hochsommer ist und die Regentage sind schnell vergessen. Und wahrscheinlich jeder, der vorher noch über das verhangene Wetter meckerte verkriecht sich unter die Schatten spendenden Bäume.
Bei ENTOMBED setzt aber eine Bombenstimmung ein und die Band spielt arschtight und sehr geil eine Best Of Setlist, bei der aber vor allem ältere Stücke zum tragen kommen. Vor allem der Abschluß mit „Left Hand Path“ lässt Old School Banger die knallende Sonne vergessen.
Doch dann wird’s richtig voll. Wer hätte gedacht das SEPULTURA im Jahre 2010 nach dem Ausstieg aller Gründungsmitglieder doch noch so viele Leute ziehen. Und die Band liefert einen Knaller nach dem anderen ab. Es gibt vereinzelt Stimmen, die Frontman Derek immer noch nicht akzeptieren wollen, doch diese sollten sich wohl eher nach einem SOULFLY bzw. CAVALERA CONSPIRACY Gig umschauen als hier rumzumaulen. Sänger Derek macht seine Sache wunderbar, hat ein krasses Stimmvolumen, Charisma und Ausstrahlung und passt hervorragend in die Band. Klaro sind SEPULTURA nicht mehr das, was sie zu Zeiten „Beneath The Remains“ oder „Arise“ waren, aber das waren sie auch schon zu „Roots“ nicht mehr, das schon zeigte in welche Richtung Max gehen wird. Auf jeden Fall wird viel altes Zeug geboten, vermixt mit Sachen vom aktuellen Longplayer „A-Lex“ und ein geil gespieltes und selten gehörtes „Rattamahatta“ kommt ebenfalls zum Zug. Die Masse der Leute ist jedenfalls begeistert und SEPULTURA können diesen Auftritt wohl als Erfolg verbuchen.
Mit SACRED REICH folgt natürlich ein Highlight das man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Und die Halunken starten direkt mit „The American Way“ durch. Sauerei, wird man doch vom ersten Song an schon genötigt voll in die Vollen zu gehen und sich sein Hirn kaputt zu bangen. Geiler Einstieg und es folgen natürlich noch weitere Highlights wie „Surfin Nicaragua“ oder „War Pigs“. Ob sich Sänger Phil, der eigentlich durch sympathische Ansagen glänzt, unbedingt überall Freunde macht wenn er öffentlich dazu aufruft Pott pur und ohne Zusatz von Tabak zu rauchen sei mal dahingestellt und auch waren lange nicht so viele Leute vor der Bühne wie bei den Brasilianern, aber ein geiler Auftritt einer geilen Band war es allemal und es bleibt zu hoffen, dass die zugedröhnten Amis weiter am Start bleiben.
Zum Abschluß gibt es noch die beste Frontgrunzerin im Metal Bereich: Angela mit ARCH ENEMY. Aber bei aller Ehre für deren Gesangsleistungen darf man natürlich die Band nicht vergessen, die immerhin aus den legendären CARCASS hervorgingen und ihr Handwerk blendend verstehen.

Zum Abschluss möchte ich nur noch mal betonen, dass sollte ein ROCK AREA 2011 stattfinden, der Besuch sich auf jeden Fall lohnt und trotz kleinerer Mängel dies ein Festival ist dem man wünscht, dass es sich auf Dauer etabliert. Vielleicht nicht unbedingt zum Wochenende vor Wacken aber man kann ja nicht alles haben.

Robin Geiss
 

BANG YOUR HEAD!!-16.07./17.07.10, Balingen

Geschrieben von: Robin Geiß & Silvia Hoidn Montag, 02. August 2010 um 00:03 Uhr

Endlich, endlich war es wieder soweit: Das BANG YOUR HEAD stand vor der Tür. Diesmal nicht wie gewohnt am letzten Juni-Wochenende, denn da regierte in "Schland" ja noch "König Fußball", sondern am zweiten Wochenende im Juli sollte das große Kopfschütteln starten. Offengestanden ... nach all dem Desaster in den letzten Wochen und Monaten ... ich glaubte erst, dass alles klappt, als die Kids bei den Großeltern waren und wir auf der Autobahn ins Spätzle-Land rollten! Das war so gegen 11.00 Uhr der Fall und ab da gab es kein Halten mehr ... das Dauergrinsen stand mir ins Gesicht geschrieben :-)


Dieser Bericht entstand in Kooperation mit FFM-Rock. Vielen Dank an das Team und besonders Silvia Hoidn!Doch zuerst kommt unser beider(:-)) Robin zu Wort:

Freitag, 16.07.2010

Freitags um 04:30 Uhr beginnt für mich der Anreisetag zum Bang Your Head 2010, damit ich pünktlich zur ersten Gruppe dort aufschlage und noch ein bissel Zeit habe, mein Bändchen abzuholen. Die Warm-Up Show mit u. a. ROXXCALIBUR und SAXON am Donnerstag kann ich aus beruflichen Gründen leider nicht besuchen, also steht der Freitag für mich als erster Festival-Tag an.
Dem Bang Your Head sagt man ja eine eigene gemütliche Atmosphäre nach, die viele Festivalgänger auch lieben und ich kenne etliche Metaller-Kollegen, die genau deswegen das BYH zu ihrem einzigen Festival im Jahr auserkoren haben. Ich selbst mag dieses Festival auch sehr, jedoch muss ich sagen, dass es mir hier und da schon mal etwas zu ruhig ist, was auch manche Bands so sehen, wenn man deren Reaktionen auf der Bühne betrachtet, die von anderen gleich großen Festivals sicher andere Zuschauerreaktionen gewohnt sind.
Aber egal, die Leute sollten ja vorher wissen, worauf sie sich einlassen und von daher ist es schön zu wissen, dass es auch für die gemütlichen Festivalgänger, die eben keinen Mosh-Pit, keine Wall of Death oder derartiges brauchen, ein Metal-Festival dieser Größenordnung gibt. Und schön gechillt ist auch mal gut.
Pünktlich komme ich also an, bei der Bändchenausgabe gibt's auch keinen Stress und so komme ich dann auch auf den sogenannten VIP Park- und Zeltplatz. Wie es auf den anderen offiziellen Park- und Campingplätzen aussieht, kann ich leider nicht beschreiben, zumal das größere Metal-Camp etwas weiter entfernt liegt und dafür extra Shuttle Busse für die Besucher eingesetzt werden. Als ich am "Open-Air"-Duschcamp vorbeilaufe, werden Erinnerungen an letztes Jahr wach, doch dieses Jahr scheint die Sonne unermüdlich vom Himmel. Zwar wird der Samstagmittag etwas vom Regen überschattet, was mich einige Bands kostet und den Besuchern der Shows sicher etwas die Laune trübt, aber alles in allem hat man in Balingen schon weitaus beschisseneres Wetter gesehen, so dass man doch von einem schönen Wochenende auch hinsichtlich des Wetters sprechen kann.

Um 10:00 fangen dann auch THE NEW BLACK pünktlich an, bei denen ich kurz schon beim Soundcheck eine halbe Stunde vorher befürchtete, dass deren Gig vorgezogen worden wäre. Deren Mischung aus "normalem" Metal und etwas Rock'n'Roll oder kurzen Country Einlagen, der auch etwas an VOLBEAT erinnert, weiß auf jeden Fall dem jetzt schon anwesenden Publikum zu gefallen und eines fällt auf jeden Fall auf: Sänger Fludid hat zwischen den letztjährigen Shows als Vorband von DRAGONFORCE und diesem Auftritt bestimmt auch durch die Auftritte als Vorband von AC/DC enorm an Selbstbewusstsein zugelegt, haut spontane Ansagen raus und bewegt sich selbstsicher auf der Bühne. Aber auch der Rest der Band ist mit Spaß dabei: Günt sowieso, einzig Fabs schaut mir manchmal arg ernst drein, was sich aber ändert bei von ihm gebrachten Einlagen, bei denen das Publikum schwer applaudiert. Auch wenn nicht wirklich viel vor der Bühne los war, was am Freitagmorgen um 10 Uhr auch nicht verwundert: Die, die es gesehen haben, hatten Spaß und werden die Truppe in guter Erinnerung behalten. Und mit einem "The King I Was" gibt man auch einen Ausblick auf's kommende Album, was dem Anschein nach zumindest das Niveau der Vorgängers halten sollte.

ENFORCER und GRAND MAGUS kenne ich nur vom Namen und alle Bands kann ich nun mal nicht in solch einem Bericht würdigen, weswegen meine Bandlauscherei mit den Thrashern FORBIDDEN weitergeht. Die Erinnerung ans 2009er ist schon arg verblasst, weswegen ich mich freue, die Kombo hier erneut zu sehen. Thrash, wie man ihn von der Truppe erhofft, Thrash, wie man ihn von FORBIDDEN kennt, solide runter gespielt, ein Basser, der viel bangt und Gitarristen, die ihre Stellung öfter mal wechseln. Aber ansonsten? Stageacting wird im Hause FORBIDDEN 2010 nicht arg groß geschrieben, allen voran Fronter Russ Anderson, der mit seiner Sonnenbrille zwar cool wirkt, aber dafür, dass er "nur" den Gesang ausübt, doch wirklich wenig rüberbringt. Mit "Children Of The Sea" huldigt man noch DIO und ansonsten kann man sagen, dass dies zwar ein solider Auftritt war, aber mit diesem Stageacting ziehen FORBIDDEN bestimmt keine Fans hinter'm Ofen hervor, die ihre Truppe nicht schon aus den 80igern lieben.

SABATON entern kurz darauf die Bühne und von Anfang an wird klar: Hier steht eine Band, die sich auch mit Live-Auftritten ihren Weg nach oben redlich verdient hat. So wurde auch ich auf die Band aufmerksam, da ich bei Festivals einfach nach und nach mitbekam, welch mitreißende Wirkung diese Band auf die Zuschauer ausübt und erst danach besorgte ich mir deren Tonträger. Heute legt man mit "Ghost Division", dem Opener des vorletzten Albums los und im Laufe des Konzertes fällt mir aber eines auf: Der neue Tonträger "Coat Of Arms" hat zwar durchgängig gute Lieder zu bieten, aber die Leute feiern doch mehr bei den Songs vom "The Art Of War" Album ab. Ob's daran liegt, dass noch nicht alle den neuen Longplayer so genau kennen? Ich für meinen Teil kenne beide Alben gut und mir gefiel einfach "The Art..." ein winziges Stück besser. Nichtsdestotrotz liefern die Schweden auch heute wieder einen sehenswerten Gig ab und nach den bewegungsarmen FORBIDDEN ist deren Stageacting geradezu euphorisch und Sänger Joakim zieht bei der Mittagshitze auch mal oben blank und steht zu seinem nicht ganz speckfreien Körper. Aber so soll’s sein, keine falsche Scham und einfach alles geben. Sehr gut - wie immer. (rg)

Der Auftritt von SABATON ... das war dann so die Zeit, als auch wir - also Stefan und ich - auf dem Gelände, das sich seit unserem letzten Besuch vor zwei Jahren ganz schön verändert hatte, aufschlugen. Und kaum waren wir ein paar Meter gelaufen, trafen wir bereits auf Johnny, Luca, Bas und Nick und es gab erst mal jede Menge zu erzählen und zu lachen ... mit Fotografieren war zu diesem Zeitpunkt eh nix mehr drin, also wurde noch ein bisschen geplauscht ...

Aber dann ging's raus vor die Bühne, denn LOUDNESS waren an der Reihe. Wow ... was ein Hammer! Klar, ihre alten Songs kennt (fast) jeder, die Jungs aus dem Land der aufgehenden Sonne sind schlichtweg Kult. Ich hatte sie leider noch nie live erlebt, aber weiß vom Hörensagen, dass sie in den Achtzigern als Supportband mal den Hauptact Saxon aus der Halle gekegelt haben ... (!). Das schafft nicht jeder ... Jedenfalls hat mich ihre Show total umgehauen und ich hatte ... trotz dieser brachialen Hitze am Himmel ... eine fette Gänsehaut! Mit den Songs "Crazy Nights", "Crazy Doctor", "Esper", "Heavy Chains", "In the Mirror", "Let It Go", "S.D.I." und "Loudness" sowie einer genialen Bühnenperformance lieferten die scheinbar niemals alternden Japaner (Ich frage mich: Wie machen die das nur???) eine superklasse 50-minütige Show ab ... das hätte ich mir noch ein bisschen länger anschauen können!

Die Kanadier ANVIL, die gerade auch durch den preisgekrönten Dokumentarfilm "Anvil! The Story Of Anvil" von sich reden machen, standen als nächstes auf der Running Order. ABER ... mich spricht das absolut nicht an, zudem kenne auch bis auf "March of the Crabs", "666", "Metal on Metal" nicht wirklich viel von der Band, also schenke ich mir meine Kommentare hierzu - es ist einfach nix für mich! Zu viel Thrash ... nee, nee ... Da machen wir doch lieber mal einen kleinen Rundgang über das Gelände -  ein Schwätzchen hier, ein Schwätzchen da ... Es ist doch immer wieder schön, wen man so alles trifft auf diesem wunderbaren Festival. Jaaa - und was soll ich sagen: Nachdem unser Robin bereits seit letztem Jahr in unserem FFM ROCK - Team fleißig mitarbeitet, wir ihn aber persönlich noch nie getroffen haben, stand er plötzlich direkt neben uns, denn offensichtlich haben wir gemeinsame Bekannte :-). Na, so ganz unvorbereitet geht "frau" ja nicht aus dem Haus und so habe ich ihn schließlich GANZ SPONTAN an seinem Tattoo erkannt ... Jedenfalls ist es schön, denjenigen, mit dem man schon einige Zeit so nett zusammenarbeitet, auch mal persönlich zu treffen ... (sh)

Danach kommen JON OLIVA'S PAIN auf die Bühne und liefern eine ebenfalls gewohnt gute Show ab. Mich erreicht leider nicht die Magie einiger sonst von der Band erlebter Shows (erst recht nicht die Magie, die ich seinerzeit bei SAVATAGE Shows erlebte), aber dennoch kann man von einem gelungenen Auftritt sprechen. Es werden einige SAVATAGE Songs in Form von Medleys angerissen, es gibt ein paar Songs aus dem normalen PAIN Katalog, es gibt u. a. "Death Rides A Black Horse", den vieler Leute Meinung nach stärksten Song des letzten Outputs und mit "Rainbow In The Dark" gibt’s auch hier eine DIO Huldigung.
Irgendwann im Laufe des Nachmittags erfährt man auch, dass alle Bands angesprochen und gefragt wurden, ob sie einen DIO Song covern könnten. Bei einigen sei dies einfach nicht möglich gewesen, da durch anstehende Touraktivitäten keine Zeit gewesen sei, einen Song einzuproben, bei den meisten hat’s aber funktioniert. Diese Geste ist natürlich eine richtig gelungene Aktion, um dem verstorbenen Sänger zu huldigen. (rg)

"Während Du schliefst" (s. u.) ... so könnte ich jetzt fortfahren ... Robin, Du hast echt noch was verpasst! Um 18.10 Uhr war Stagetime für DORO - Mit "You're My Family" begann der Set, gefolgt von "I Rule The Ruins", "Earthshaker Rock", "Running From The Devil", "Burning The Witches". Ich bekam eine erneute Gänsehaut, als mit "Egypt (The Chains Are On)" der Tribute Song inkl. ergreifender Ansage folgte. Immer mehr spürt man, wie sehr DIO die Musiklandschaft geprägt und große Lücken hinterlassen hat. Natürlich darf die Ballade "Für immer" nicht fehlen und nach "Burning Fire" und "Celebrate" stellte Doro ihre Band vor. Besonders zu erwähnen ist hierbei das im September anstehende 20-jährige gemeinsame Bühnenjubiläum von Bassist Nick Douglas! Ebenfalls schon seit etlichen Jahren mit von der Partie: Drummer Johnny Dee. Und dann sind da noch die neueren, aber bereits fest eingespielten Gitarristen Luca Princiotta und Bas Maas. Das passt wie die Faust auf's Auge! Allen ist auch in diesen frühen Abendstunden die Spielfreude deutlich anzumerken. Wie fragt die Metal-Queen immer so schön? "Habt Ihr Spaß? ... Wollt Ihr noch mehr Spaß haben?" Ja, das wollen wir! Und wir wünschen DORO auch für die nächsten xx Jahre noch eine solche Freude und Leidenschaft! Mit "Metal Racer", "Live To Win", "Breaking The Law" und "All We Are" endete ein grundsolider Auftritt. Natürlich hätte ich noch einige - nicht so häufig gespielte - Songs auf meiner persönlichen Wunschliste gehabt, aber klar, dass Altbekanntes auf einem Festival auf die Setlist gepackt wird ...

Nach der Umbaubaupause (und kurzer Stärkung unsererseits) waren bereits die Co-Headliner an der Reihe und das waren in diesem Jahr keine Geringeren als die Schweizer Urgesteine KROKUS ... und wenn ich Urgesteine schreibe, dann meine ich das auch so, denn die alten (aber nur auf dem Papier!) Herren traten hier und heute - wieder vereint nach 20 Jahren - im Original (bzw. bekanntesten) Line Up auf: Marc Storace, Chris Von Rohr, Fernando Von Arb, Mark Kohler und Freddy Steady. Und das rockte wie die Hölle! Einfach grandios!!! Marc Storaces Stimme ist ein Brett und wenn er mit fast 59 einen Spagatsprung vom Allerfeinsten hinlegt, dann muss ich echt meinen (hätte ich ihn heute nur dabei gehabt!) Hut ziehen! Nicht zu vergessen: Fernando Von Arbs Bühnenperformance. Respekt! Diese Show machte wirklich Freude!!! Bei der Songauswahl bewies die Band ein geschicktes Händchen: Den Opener bildete "Long Stick Goes Boom" vom One Vice At A Time - Album, gefolgt vom Coversong "American Woman", "Rock'n'Roll Handshake", einem kraftvollen Song vom aktuellen Album "Hoodoo Woman", "Tokyo Nights" (vom ersten Album mit Marc Storace), "Fire", "Burning Bones", "Screaming In The Night", "Easy Rocker", "Bedside Radio", "Heatstrokes", schließlich auch der Titelsong des aktuellen Longplayers "Hoodoo Woman", "Born To Be Wild" und als RJD-Tribut wurde sodann noch der Rainbow-Klassiker "Long Live Rock'n'Roll" angespielt. 75 Minuten - meiner Meinung nach - allerbester Unterhaltung! Zurück zu Robin ... (sh)

Da ich DORO dieses Jahr mindestens noch einmal sehen werde, schenke ich mir den Auftritt und leider verpasse ich durch das "kurze" Einnicken meinerseits (naaaaain, Alkohol war niemals im Spiel) auch die Auftritte von DARKANE, KROKUS und ARTILLERY.  Ich wache verwirrt im Kofferraum auf, wundere mich über die Dunkelheit und höre, dass HAMMERFALL schon spielen. Komische Sache das, abgeflitzt zum Gelände und wenigstens noch den Rest der letzten Show des Abends erlebt. Was soll ich zu den Schweden sagen? Jemand fragte mich, was ich zu ihnen schreiben würde. Ich meinte: Als ihr Debüt Album rauskam, fand ich die Band superklasse und die Scheibe liebe ich immer noch. Die zweite war auch sehr gut und ab da war für mich irgendwie alles austauschbar und einfach "nur" gut. Und so geht's mir auch mit den Live Auftritten der Band. Einen schlechten hab ich noch nicht erlebt, aber mir kommt das alles auch etwas zu einstudiert vor. Selbst bei einer Band wie IRON MAIDEN hat man den Eindruck, mehr Spontanität zu erleben. Aber sei's drum, die Leute, die HAMMERFALL immer noch lieben, bekommen das, was sie erwarten und ein "Man On The Silver Mountain" wird hier zum DIO Tribut und mit "Hearts On Fire" wird das Set wieder beschlossen und ich vermisse mal wieder die Songs vom Debüt. Wobei ich ja jetzt gar nicht weiß, ob nicht auch ein paar am Anfang gespielt wurden. - Anm. der Kollegin :-) Ja, Robin: "The Dragon Lies Bleeding" war der 2. Song des Hammerfall-Auftritts (sh) -

Die Nacht verbringe ich bei neuen Freunden aus dem Saarland und bin erstaunt wie gut man sich mittags beim Bier versteht, wenn vorher noch der Seitenschneider nachts um 4 angedroht wird, weil ein Herr G. aus sonstwo wieder nich die Finger vom Lautstärkeregler lassen kann. (rg)

Wir, die "älteren Herrschaften" verbringen die - sehr kurze - Nacht im Hotel ... Komm' erstmal in unser Alter :-) (sy)

Samstag, 17.06.2010

TOXIN sind nun wirklich zu früh für solch einen Tag und daher fange ich mal gediegen mit SAVAGE GRACE an, bei denen ja bekanntlich außer Fronter Chris keiner mehr vom Original Line Up übrig ist. Und ausgerechnet bei ihm, der noch zuvor in einigen Berichten lobend für seine Live Künste erwähnt wurde, schwächelt heute so herum, dass er einem schon leid tut. Manche Schreie kommen schon gut rüber, dafür sieht man ihn an anderer Stelle angestrengt ins Mikro singen, vernimmt jedoch außer ein bissel Gekrächze keine Töne. Wahrscheinlich einen schlechten bis sehr schlechten Tag erwischt und ich vermute mal, dass es daran liegt, dass er auch ansonsten einen sehr unsicheren Eindruck hinterlässt. Nicht so hingegen seine Begleitband (alles Recken aus der Coverband Roxxcalibur). Diese haben sichtlich Spaß und reißen dann auch einiges wieder raus. Als DIO Tribut wird noch ein Cover von JUDAS PRIEST gezockt („Exciter“) und es war halt mal ganz nett anzuschauen.

BULLET, SACRED STEEL, HADES, TREAT, FATES WARNING und THE QUIREBOYS sind allesamt Bands, die ich nicht gut kenne, die ich mir aber dennoch bestimmt ein wenig angesehn hätte, wäre nicht das Wetter zusammengebrochen. Ich bin zwar nicht aus Zucker und habe letztes Jahr im strömenden Regen zu BLIND GUARDIAN gebangt und dieses Jahr den Matsch der Schweiz auf dem Sonisphere überlebt, aber irgendwann is' genug und so gesell ich mich zu den neuen Kollegen aus dem Saarland unters Pavillon und merke bald, dass „Auch Crashdiet aufem RockHard verpennt“ eigentlich „Ist das ne Suzie Quadro Coverband“ heißen soll. Sachen gibt’s … (rg)

Betr. vorgenannter Bands kann ich auch nur zu SAVAGE GRACE, BULLET und TREAT was sagen: Nämlich, dass ich von Savage Grace super angenehm überrascht war und somit Robins Meinung nur bedingt teilen kann, BULLET zockten eine Gute-Laune-Show und hey ... TREAT ... das war einfach nur fett!!!
Setlist: "The War Is Over", "Ready For The Taking", "Paper Tiger", Medley "Rev It Up" / Party All Over" / "Too Wild", "We Own The Night", "Sole Survivor", "Get You On The Run", "Conspiracy", "Skies Of Mongolia", "World Of Promises" Die letzten Songs der Skandinavier vernahm ich allerdings nur noch aus dem Backstage-Bereich heraus ... DAS LIEBE WETTER ... und das in Verbindung mit meinen offenen Schuhen waren gerade dabei, mich etwas schwächeln zu lassen. (sy)

Zu NEVERMORE hört der Regen auf und ich bange mir die Rübe ab, was mit sehr kritischen Blicken aus dem restlich steifen Publikum beäugt wird. Auch Warrel schaut manchmal etwas unsicher und verwirrt ins selbige. Wie schon erwähnt, halte nicht nur ich das Bang Your Head Publikum für etwas bewegungsfaul. Ein sehr brachialer Gig der Band, deren letzte Scheibe mich sehr überzeugt hat und die auch eine sehr gelungene Songauswahl haben und drei Stücke des neuen Albums spielen. Gelungener Auftritt trotz einiger technischer Schwierigkeiten, für einige zu laut, für mich richtig, um mal etwas Energie los zu werden.

Die Enttäuschung für die meisten sind dann QUEENSRYCHE, die großkotzig mal ein "Best Of" Set ankündigen und mit langweiligen Solopassagen nerven und selbstverliebt über die Bühne wackeln. Da helfen dann auch zwischenrein geschmissene Klassiker wie „I Don't Believe In Love“ oder „Empire“ nicht viel, wenn schon die ersten Songs einfach nur langweilen. Nöö, dann doch lieber ein Bier mehr trinken und ab zu THE HAUNTED in die Halle. Diese kann ich zwar nur für 3 Songs bewundern, aber die Band reißt definitiv alles vom Stapel, was sie zu bieten hat und mich wundert aber, warum nur so wenige Leute vor der Bühne sind.

Die meisten warten dann wohl doch auf den Headliner TWISTED SISTER, die mit kurzer Verspätung auf der Bühne eintreffen und wie zu erwarten einen richtig geilen Gig hinlegen.
Dee Snider ist als Frontman einfach unschlagbar und hat eine Energie, wo man sich fragt, wo der alte Mann die her nimmt. Er steht wirklich keine Sekunde still, hüpft und springt über die Bühne und ist kein bisschen außer Atem bei seinen geilen mitreißenden Ansagen. Alle Hits der Band („We're Not Gonna Take It“, „I Am, I’m Me“, „Shoot em Down“, „Cpt. Howdy”, “You can't Stop Rock n Roll” und und und) werden aufgefahren und jeder - Band wie Fans - haben sichtlich Spaß an diesem Auftritt, die somit ein schönes Bang Your Head Wochenende abschließen.

Zu DESTRUCTION in die Halle wäre ich gerne noch gegangen, doch es war einfach nicht abzusehen, wie lange man hätte anstehen müssen, da die Security den Eingang versperrte, da die Halle zu voll wurde. Verständlich, wenn man bedenkt, dass DESTRUCTION einen großen Status haben und eben die letzte Band sind, die noch spielen. Da kann ich leider nichts darüber schreiben, aber ich denke mal, dass das Trio wie immer einen größeren Soundteppich aufgefahren hat als so manch anderer Fünfer. (rg)

Zusammenfassend möchte ich hier nochmals sagen, dass das BYH-Festival das wahrscheinlich schönste, gemütlichste und sicherlich familiärste Festival ist, das Deutschland zu bieten hat. Wir haben hier in den letzten Jahren wunderbare Leute kennengelernt, immer wieder getroffen, ganz besonders in diesem Jahr enorm viel Spaß gehabt, aber auch viele tiefgründige Gespräche geführt. Verständlicherweise kam die Rede immer wieder auch auf den im Mai verstorbenen Ronnie James Dio, von dem jeder eine andere persönliche Geschichte zu erzählen wusste, aber immer wieder mit dem gleichen Fazit: Es war ein wunderbarer Mensch! Eine tolle Geste des BYH-Teams war auch - abgesehen davon, das gesamte Festival diesem großartigen Mann zu widmen und Bands anzusprechen, ob sie nicht einen Tribute-Song in ihren Set einbauen wollen -, dass man ein Kondolenzbuch für Ronnie ausgelegt hat, in dem sich alle Gäste des BYH eintragen konnten und welches sodann Wendy Dio übersandt wird. Das macht ihn natürlich nicht wieder lebendig, aber er wird auch niemals tot sein, solange er in den Herzen der Menschen ist. Das schönste Denkmal, das man jemandem setzen kann ...

Wir bedanken uns bei Horst und Ines Franz und ihrem gesamten Team für die Gastfreundschaft bei einem großartigen Festival, zu dessen Gelingen eine 480 Mann (und Frau!) starke Crew beigetragen hat. Ich glaube, es gibt nur wenige, die mit so viel Herzblut dabei sind ... Wir wünschen auch weiterhin gutes Gelingen und hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Der Termin steht bereits, das 16. BANG YOUR HEAD wird auch dann wieder Mitte Juli - der neue Termin scheint sich durchgesetzt zu haben - stattfinden: Genau gesagt am 15. und 16.07.2011. Hope to see you again, Felix & Beata :-) ... und natürlich alle anderen auch! (sh)

Fotos findet ihr bei den Kollegen von FFM-Rock.de!

   

Saarbangers Metal-Festival 22.05.2010 Volkshaus, Oberbexbach

Geschrieben von: Astrid Reich Freitag, 28. Mai 2010 um 10:52 Uhr

Pfingstwochenende

= Rock-Hard-Festival. Doch die Saarländer kennen da nichts und stellen (nun schon zum 5. Male) zeitgleich ihr eigenes Event mit dem Saarbangers Metal-Festival auf die Beine. 13 Bands an zwei Tagen, wobei wir uns lediglich den Samstag vorgenommen hatten.
Bei der Ankunft gegen 17:30 Uhr waren bereits die bundeslandheimischen MALOIK in „Powerwolf-Manier“, sprich mit seitlich aufgestellten Bannern und Föhn vom Bühnenrand, zu Gange. Immerhin kam durch die unentwegt wehenden Haare der Saitenfraktion etwas Bewegung in die ganze Bühnenpräsentation, denn der singende Frontmann wirkte stocksteif und noch war vom Anheizen im Oberbexbacher Volkshaus nicht so richtig was zu spüren.
Im Anschluss folgten HELLOWED, ebenfalls aus dem Saarland, die einige Coversongs in ihrem Repertoire hatten und zum Teil gar nicht mal so schlecht klangen. Jedoch trieb es mir bei „Rainbow In The Dark“ dann doch die Tränen in die Augen, allerdings nicht im Gedenken an unseren ins Rock-Nirwana gegangenen Metal-Gott Dio, sondern aufgrund der miserablen Sangesqualität. Logisch, an diese Ausnahmestimme kommt kaum jemand ran, aber gerade, wenn man so gar nicht annähernd die Stimme dafür hat: Bitte, bitte, nur die Songs ANspielen – damit der Begriff „Trauerspiel“ hier nicht eine andere Betrachtungsweise erhält.
Da das Essensangebot vor Ort sich lediglich auf Bratwurst beschränkte (und ich mir eine solche bereits mittags vor Fahrtantritt auf die Schnelle zu Gemüte geführt hatte), verzogen wir uns zwecks Beseitigung knurrender Mägen in ein nahe gelegenes italienisches Restaurant, um der dort anwesenden sonoren Gesellschaft mal vor Augen zu führen, dass schwarz gekleidete Metalfans (von denen die männlichen Personen sogar längere Haare hatten als die weiblichen!) sich doch durchaus auch in einer solchen Umgebung zivilisiert benehmen können (ja, sie können sogar mit Messer und Gabel essen) … Damit fielen allerdings die mit einer Frontfrau versehenen URIEL’S WINGS einer Begutachtung zum Opfer.
Dafür waren wir pünktlich zum nächsten Act mit DRAGONSFIRE aus Hessen wieder zurück. Die Halle sah inzwischen auch schon etwas gefüllter aus, und trotz der (durchweg den ganzen Abend ständig auftauchenden) Probleme mit dem Mischer sah man dem Vierer ihren Spaß auf der Bühne an. Sänger-Röhre Thassilo kommunizierte auf seine sympathische Art mit dem Publikum, Matthias zeigte an der Gitarre, dass die Post abgeht, und Drummer Jan machte wie üblich aus dem Hintergrund seine Späßchen. So orderte er lautstark: „Wo bleibt mein gottverdammter Äppler?“ (Anmerkung: Hessisches Nationalgetränk) und ließ sich nach dem Auftritt („Ich will das auch mal machen“) von der Bühne in die Hände der Fans fallen. Ansonsten gab es ein vielfältiges Programm: Vom im August erscheinenden neuen Album „Metal Service“ wurde ein Song vorgestellt; ein Iron-Maiden-Cover stimmungssteigernd zum Besten gegeben; die berühmt-berüchtigte „Pommesgabel“ kam zum Einsatz, und so wurde mit Songs wie „Burning For Metal“ und „Dragonsfire Rockxxx“ 50 Minuten powergeladen gerockt.
Nach kurzer Umbaupause ging es in diesem Stil weiter mit Besuch aus dem nicht weit entfernten Nachbarland Frankreich. HEAVY AND LOUD nennen sich die fünf Gesellen, die mit einer guten Heavy-Power-Metal-Mischung ihrem Namen alle Ehre machten. Stimmungsmäßig wurde das erreichte Niveau leicht gehalten, und so lieferten die Franzosen ein gutes Programm ab, wobei als Überraschungseinlage Sänger Mike bei einigen Songs als dritter Gitarrist agierte. Das kam schon ordentlich fett rüber!! Gerne hätte das Publikum noch mehr gehört, wie man den lautstarken Zugabe-Rufen am Schluss entnehmen konnte.
Aber nun wurde die Bühne für den (eigentlichen?) Headliner des Abends hergerichtet: Die Lokalmatadoren MESSENGER hatten einen Live-Mitschnitt für ihre DVD angekündigt, und dementsprechend tummelten sich dann auch tatsächlich auf einmal ca. 150 Leute dicht vor der Bühne. Den Bandmitgliedern selbst merkte man die für die Live-Aufnahmen zugeschnittene, d.h. auf mich etwas zu übertrieben wirkende Show an. Es wurde gepost und sich ordentlich ins Zeug gelegt. Zudem sah sich die Band veranlasst, mehrere Laudatios zu verkünden: Ein Fan aus England wurde mit einer Medaille „geehrt“; Bandmanager, Helfer der Veranstaltung sowie mehrere anwesende Vertreter diverser Online-Magazine bzw. Webradios wurden auf die Bühne gebeten und ihnen für ihre tatkräftige (ehrenamtliche) Unterstützung gedankt …. Wäre sicherlich auch ein lobenswerter Zug gewesen, wirkte aber (man denke an die Filmkamera) doch alles sehr aufgesetzt – und kostete vor allem jede Menge Zeit, die zu Lasten des (eigentlichen!) Headliners des Abends ging, STORMWARRIOR, die extra aus Hamburg bis runter ins Saarland gekommen waren. MESSENGER hingegen spielte unbekümmert ihr Set (mittlerweile jedoch vor einem um mehr als 2/3 dezimierten Publikum), gab ihre nicht enden wollenden Zugaben – und das bis gegen Mitternacht, obwohl laut Running Order um 23:15 Uhr bereits die letzte Band hätte auf der Bühne stehen sollen. Mit Verlaub gesagt: „Unfair“ für ein solches Gastgeber-Verhalten ist meines Erachtens nur ein sehr harmloser Ausdruck.
STORMWARRIOR jedoch zeigten Größe. Ohne sich anmerken zu lassen, wie deprimiert sie in Anbetracht der späten Stunde und der nur noch vorhandenen Handvoll Leute gewesen sein mussten, rockten sie gegen 0:25 Uhr los, ohne viel Zeit mit langem Gelaber zu verlieren (soweit es der es noch immer nicht auf die Reihe kriegende Mischer zuließ). Powergeladen zeigten die Norddeutschen ihre straighte Marschrichtung an, nämlich „Heading Northe“. Und die Fans vor der Bühne dankten es ihnen! Die Stimmung, die die paar Leute verbreiteten, war bald größer als zuvor, als die Halle noch bevölkerter war, nicht zuletzt auch das Resultat der geilen musikalischen Darbietung on stage. Schließlich enterten sogar vier Headbanger die Bühne, um neben der Band mit zu performen, was ihnen auch gut gelang. Sogar das Mikro wurde ihnen zeitweise überlassen; textsicher sorgten sie mit für ausgelassene Stimmung. Leider war, was vorauszusehen war, der Auftritt um die Hälfte der Zeit gekürzt. Nach 50 Minuten folgte eine Zugabe in Form von „Under Jolly Roger“, und dann wurden die Segel gestrichen. Wirklich sehr schade!
Noch eine Randbemerkung am Ende, nur so zum Nachdenken: Da werden stellenweise Bedenken gegen die Songtexte von Sabaton erhoben, die Storys vom und um Geschehen diverser Kriege erzählen. Wer macht sich eigentlich Gedanken bei einem Songtitel wie „Kill The DJ“? … In mir lässt diese mehrstimmig erwiderte „Aufforderung zum Mord“ doch weitaus eher ein mulmiges Gefühl aufkommen ….

Astrid Reich

   

ROCK HARD FESTIVAL - Amphitheater Gelsenkirchen,21.05.-23.05.10

Geschrieben von: Steini Mittwoch, 26. Mai 2010 um 03:42 Uhr

Kurzfristig den Weg zum Rock Hard-Festival gefunden kann ich zumindest einen Teil vom Samstag und den Sonntag besprechen.Ein dickes Danke an Götz der mir das noch kurzfristig ermöglichen konnte!

Wir sind pünktlich zum ACCEPT-Gig auf dem Gelände aufgeschlagen und ich habe mich schon auf einen Verriss eingestellt.ACCEPT ohne Udo Dirkschneider?Das geht doch mal gar nicht, wenn man sich an das misslungene Experiment "Eat The Heat" mit David Reece erinnert.Und wisst ihr was?Es geht! Es funktioniert sogar bestens.Die 2 neuen Songs "Teutonic Terror" und "The Abyss" überzeugen schon mal und auch bei den Klassikern agiert Neu-ACCEPT´ler Mark Tornillo als wenn er schon immer zum Line-Up gehört hätte. Das ACCEPT mit dem neuen Line-Up sogar überzeugender,spielfreudiger als noch beim letzten Reunionversuch mit Udo wirken, bescheinigen mir auch alle Befragten vor Ort. Bestens!

KREATOR sind zwar immer für ne Party gut und lassen auch nix anbrennen, aber der Verfasser dieser Zeilen ist dermaßen vom ACCEPT-Gig geplättet, das ich mir gewünscht hätte, dass der Headlinerposten zumindest für heute an ACCEPT gegangen wäre. Toppen können es die Essener Thrash-Urgesteine zumindest für mich heute nicht mehr, obwohl routine-, und qualitätsmäßig auch bei Mille und Co. alles im grünen Bereich ist.

Der Sonntag fängt für uns mit CRASHDIET an.Poserrock im Stile von Mötley Crüe wird in aller Konsequenz inklusive einer Tonne Taft-Spray von der Oma daheim auf dem Kopp zelebriert.Musikalisch gibt es nix zu mäkeln, außer das der Gitarrensound ein bisschen dünn daherkommt.

VIRGIN STEELE sind auch ohne Opernsaal mit dem Classic-Metal-Set eine Ohrenweide.Eines der Highlights heute.Die Setlist hatte vieles, aber nicht alles zu bieten...wo war "We rule the Night"???Aber trotzdem den Dicken Daumen nach oben für David DeFeis.

NEVERMORE im Anschluß sind wie immer eine Bank und überzeugen.Jammern auf hohen Niveau ist angesagt insofern das die neuen Songs wie "Emptiness Unobstructed" Melodien hat wie das aktuelle Warrel Dane Soloscheibchen, insofern fällt die Abgrenzung gegenüber der Hauptband etwas schwer.Aber für solche Songs würden andere Bands mindestens den kleinen Finger hergeben.Aber allein "The Heart Collector" und "Born" beweisen schon warum NEVERMORE da sind wo sie sind, nämlich an der Spitze der US-Power Metal-Bands.

Vielleicht etwas unglücklich gewählt ist die Position im Billing von SONATA ARCTICA. Einerseits durchaus kommerziell erfolgreich, können sie aber heute nicht den Anspruch erfüllen, Bands wie NEVERMORE im Vorfeld in die Schranken zu weisen.Eine andere Setlist mit mehr Klassikern der Band vor NEVERMORE hätt sicherlich besser funktioniert.So war es einfach nur die Überbrückung heute zum heutigen Headliner RAGE inklusive Orchester.Spaß in der langen Umbaupause brachten die Allzweckpartywaffe MAMBO KURT und der Gewinner der Karaokesession, der "Aces High" schmettern durfte.

Beim heutigen Headliner RAGE häuften sich im Vorfeld die Probleme: Das angestammte Orchester konnte aus Visatechnischen Gründen nicht spielen und so musste ein lokales Orchester aus Dortmund ran.Obendrein hatte man Probleme die helfenden Hände beim Umbau in optimaler Zahl zur Verfügung zu stellen. Trotzdem schaffte man es einen Gig auf die Beine zu stellen, der das Prädikat "Headliner" verfdient hatte. Zwar war die orchestrale Begleitung manchmal arg leise, aber dennoch war es schön auch die aktuellen von Viktor Smolski arrangierten neueren Klassiksuiten im dafür vorgesehenen Gewand erleben zu dürfen.Klassiker wie "Higher than the Sky" markieren einen würdigen Abschluß eines tollen Festivals.

Kleine Kritikpunkte gibt es dennoch:

- die fehlende Möglichkeit, seine Leute auf dem Campingplatz besuchen zu können ohne das Campingbändchen

-keine Geldautomaten auf dem Gelände

Mehr hat uns nicht gefehlt und das Rock Hard-Festival ist qualitativ eines der besten, nicht nur in Deutschland geworden und so ist Live4rock.de auch nächstes Jahr vor Ort, dann hoffentlich von Anfang an.

 

Thorsten Steinebach

 

 

 

 

   

SAXON / BIG BALL Schlachthof Wiesbaden, 23.03.2010

Geschrieben von: Steini Donnerstag, 25. März 2010 um 10:49 Uhr

Die Überraschung des Abends waren BIG BALL, die - aus welchen Gründen auch immer - für die als Vorgruppe vorgesehenen SUIDAKRA eingesprungen waren.Herrlich geiler Hard Rock aus einer Schnittmenge von AC/DC, KROKUS, AIRBOURNE. Der Shouter kann stimmlich zwischen Udo Dirkschneider und Brian Johnson eingordnet werden. Optisch sieht der sympathische Sänger/Gitarrist aus,
wie ein Hooligan, der auch Mutter Beimer nach dem Einkauf über die Straße helfen würde.
Bassist, Drummer und eben besagter Shouter agierten straight durch den Set, während sich der 2 Gitarrist,
augenscheinlich das Nesthäkchen, etwas verhalten und hüftsteif auf der Bühne bewegte.
Mit ihrem Hauruck-Rock konnten sie nichts falsch nachen und so war es auch kein Wunder, dass die
Konzertbesucher nach den ersten Takten schon mitwippten und den darauffolgenden Set würdig mit Applaus und Zurufen bedachten. Klasse Unterhaltung !!
Dann, nach einer längeren Umbau-/Ruhe-Phase enterten Biff und seine Mannen die Bühne vor dem gut gefüllten Schlachthof. Sie hatten von Beginn an die Fan's, und die waren - den Shirts nach zu urteilen reichlich vertreten - auf ihrer Seite. Leider wurde Basser Nibbs krankheitsbedingt vertreten.
Ohne den "Derwisch" auf der Bühne fehlte ein bisschen etwas, was dem Set aber nicht wirklich Abbruch
tat. Biff, Doug und Paul agierten derart unbeschwert auf der Bühne, dass man nicht glauben kann, dass sie schon über 30 Jahre im Metal-Geschäft sind und schon so einige Lenze auf dem Buckel haben.
Los ging es mit neuen Songs von der letzten Scheibe Into the Labyrinth "Live to rock und "Battallions
of Steel" und dann folgte ein Potpourri aus den SAXON-Annalen. Im Mittelteil waren für meinen Geschmack Songs dabei, die Besseren hätten weichen können, wie z.B.: "The Eagle has landed" (für mich immer noch ein langweiliger Song). Bei der Vielzahl an Songs die SAXON bislang auf Tonträger gebannt haben, kann man es aber nicht jedem Recht machen, weil jeder andere Songs mag, oder eben nicht.
Zum Schluss gaben sie dann nochmal Gas und hauten den Zuschauern alte Nackenbrecher wie "Wheels of
Steel", "Crusader" usw. um die Ohren. Insgesamt ein sehr überzeugender Auftritt, bei dem keiner der Musiker Schwächen offenbarte (allenfalls der Aushilfsbassist-der zeitweise etwas verloren wirkte),
alle Spaß satt in den Backen hatten und sich auf ihren alten Tage den Arsch abspielten.
Biff verstand es auch wie immer das Publikum bis zum Schluß zum Mitgröhlen zu annimieren.
Super Abend, klasse Lokation, vertretbare Preise und gute gekühlte Gerstenkaltschale in großen Behältnissen
Schee war's

Jens "MC" R.

   

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