SEPULTURA - A-Lex

Veröffentlicht: 23.01.2009
Label: Steamhammer(SPV)
Tracks: 18
Laufzeit: 54:21
Genre: Thrash Metal
Unsere Wertung:
Verfasser: Robin Geiß
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Mit Konzeptalben ist das so eine Sache. Ich bin immer der Meinung, dass solche Alben vom musikalischen her auch die Grundstimmung, sowie die einzeln vertonten Themen so einfangen sollen, dass der Hörer die jeweilige Stimmung nur durch Lauschen der Musik mitfühlen kann. Zuletzt sind für mich Iced Earth mit ihrem zweiten Part daran gescheitert. Das Problem bei SEPULTURA ist, dass dies eine Band ist, die brutale Musik spielt und eben nicht mal schnell eine Ballade gefühlvoll zelebriert. Ok, „Die Uhrwerk-Orange“ ist auch nicht unbedingt eine Vorlage für eine Liebesballade, dennoch spielt das gesamte Werk ja eben sehr mit menschlichen Gefühlen und deren Unterdrückung. Und genau deswegen würde ich bei einer Vertonung auch sehr unterschiedliche Stimmungen erwarten. Und dies schaffen SEPULTURA mit Ausnahme der brutalen Stimmungen nur ganz zu Schluss. Los geht’s mit „A-Lex 1“, einem recht stimmungsvollen Intro (die weiteren 3 Teile unterteilen somit auch das gesamte Album). Der 1 „richtige“ Song „Moloko Mesto“ ballert dann direkt in die Vollen und ist somit ein sehr guter Einstieg, da auch das Buch am Anfang keine Gefangenen macht. „Filthy Rot“ beginnt mit einen Tribal-Drum-Intro das doch stark an „Refuse/Resist“ erinnert wobei die Gesänge im Laufe des Liedes dann eher an zurückgekehrte Indianer aus der Roots-Ära stammen könnten. Erinnerungen also an alte Tage, hier stellt sich für mich nur die Frage: Warum? Was haben solche Tribal oder Indianereinlagen mit Uhrwerk-Orange zu tun? „We’ve Lost You“ fängt mit einem bekannten Zitat an, verliert aber im Laufe der Spielzeit an Bedeutung. Besser wird es wieder mit „Sadistic Values“, das eine richtig coole unangenehme unheimliche Atmosphäre am Anfang vermittelt. Solche Momente hätte ich mir mehr gewünscht. „Enough Said“ ist ein guter punkiger Track doch mit „Ludwig Van“, in dem der Namensgeber auch ordentlich mit Orchester zitiert wird erzeugt man eine richtig gute Stimmung. Auch das nachfolgende „A-Lex 4“ baute eine sehr gute traurige passende Stimmung auf und mit „Paradox“ haut man noch einen Knaller zum Schluss raus. Und dann war es das leider auch schon. Leider, weil die Stimmungsmomente am Schluss voll ins Schwarze trafen aber außer den oben erwähnten Lichtblicken der Rest leider überhaupt keine Stimmung vorgibt und eben nur Durchschnittsware enthält. SEPULTURA sind leider immer noch weit davon entfernt, Klassiker wie „Beneath The Remains“ oder „Arise“ zu schreiben und der Versuch, ein Konzeptalbum stimmungsvoll umzusetzen ist leider auch nur teilweise geglückt. Wenn ich mir die guten Momente des Albums anhöre finde ich es schade, dass sich doch viele Mittelklasse Songs eingeschlichen haben, denn man merkt doch, das Potential vorhanden gewesen wäre. Schlecht ist das ganze Album bestimmt nicht, nur ein Knaller eben auch nicht.