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NAPALM DEATH - Time Waits for No Slave

  • Veröffentlicht: 26.01.2009

  • Label: Century Media

  • Tracks: 14

  • Laufzeit: 50:15

  • Genre: Grindcore

  • Unsere Wertung:

    10
  • Verfasser: Patrick Koenen

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    Eigene Bewertung: Keine

Napalm Death haben nichts verlernt. Seit 1987 haben sie sich stets an der Grindcore Spitze gehalten, haben zwischendurch einige Death Metal Einflüsse zu spüren gegeben, aber sind sich dennoch immer treu geblieben und haben die Fans nicht durch wilde Experimente verwirrt enttäuscht.
Und nun liegt mir seit gestern der aktuelle Prügelknabe vor mit Namen "Time Waits For No Slave", ein Wortspiel aus dem britischen Sprichwort "Time And Tide Wait For No Man", was soviel bedeutet wie "Keiner ist so mächtig die Zeit aufzuhalten". Was auch stimmt, denn die 2 Jahrzehnze auf dem Buckel merkt man den Herren wirklich nicht an. Zunächst zum Sound: Die Smear Campaign, sowie das Code Red Album fand ich vom Sound her doch schon etwa krachig, vor allem der Snare-Sound. Das hat vor allem einige Blast-Passagen in Mitleidenschaft gezogen.
Auf diesem Album ist alles sehr straight, auf den Punkt produziert und strotzt nur so vor Energie! Direkt zu Anfang wird das Gaspedal durchgetreten und Barneys fast unverwechselbare Grunze ertönt. Dieser Song hat die typischen Napalm Death Merkmale, nämlich Schnelligkeit, Blastbeats und vor allem Groove. Sehr schöne Einführung in die nächsten, fast 60 (!! VALUE FOR MONEY !!) MINUTEN! Mit dem zweiten Song wird sich direkt und ohne Umwege durch die Botanik geprügelt, beinhaltet aber wieder den typischen Groove und geht perfekt in den dritten Song über, der auch ohne Umweg direkt auf die Fresse schlägt und zwischenzeitlich sogar richtig monumentaler Grind abgeliefert wird! Definitiv muss das Teil ins Live-Set!
Der nächste Song ist ein Mid-Tempo Brett, der einigen Groove gepachtet hat, wird aber direkt mit Song 5 unterbrochen, der Titeltrack des Albums. Dieser ist eine Mischung aus Geböller und einem sehr monumentalem-choralem Refrain. Der Song passt einfach!
Song 6 wird mit einigen Beat-Downs eingeleitet und mündet ebenso in einen sehr choralen Refrain. Zwischenzeitlich gibts wieder ordentliches Geprügel, das allerdings wieder perfekt mit dem Refrain harmoniert.
Der Rest des Albums tut sich keinen Wechsel mehr. Jeder Song ist typisch Napalm Death, und auch hier zeigen Sie, vor allem lyrisch, dass sie schon längst (längst!) keine asoziale Parolen-Band mehr ist, die politische Klischees erfüllen muss. Barney besingt mal wieder herrlichst das Elend der Gesellschaft und wird dabei sehr schön von Background-Shouter Mitch Harris (Guitar) unterstützt, der dem ganzen einen schönen aggressiven Touch verleiht. Die Songs sind sehr reif und durchdacht geworden. Mit 2 Ausnahmen geht jeder Song mindestens 3 Minuten, der Bonustrack 16 sogar 5:41! Anno 2009 haben Napalm Death nichts an ihrer Credibilität und Seriösität verloren und stehen immernoch für erstklassigen Krach von der Basis!
Um jetzt vielleicht noch "die besten Songs" der Platte zu nennen, ist es noch zu früh, die Platte muss einfach länger sacken, denn zurzeit kann ich nur sagen "Just Killer, No Filler". Zur Platte selbst mit den Tracks: 1. Strong-Arm 2. Diktat 3. Work To Rule 4. On The Brink Of Extinction 5. Time Waits For No Slave 6. Life And Limb 7. Downbeat Clique 8. Fallacy Dominion 9. Passive Tense 10. Larceny Of The Heart 11. Procrastination Of The Empty Vessel 12. Feeling Redundant 13. A No-Sided Argument 14. De-evolution Ad Nauseum Bonus Tracks (Sehr löblich: In der vorliegenen LP liegt das komplette Album nochmal auf CD bei, inklusive Bonus Tracks): 15. Suppressed Hunger 16. Omnipresent Knife In Your Back 10/10 Punkte, Hut ab, Chapeau!