GUNS ´N ROSES - Chinese Democracy

Veröffentlicht: 22.11.2008
Label: Geffen
Tracks: 14
Genre: Heavy Rock
Unsere Wertung:
Verfasser: Robin Geiß
Eure Wertung:
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Hier ist es also, das lang erwartete Album. Wie lange es angekündigt wurde, wie viel es gekostet hat und wie sich Axl Rose sonst so verhält, kann man überall sonst wo nachlesen.
Beschäftigen wir uns also lieber mit dem Album, den Liedern und der Musik selbst, um die es ja in erster Linie gehen sollte.
Und die ist, meiner Meinung nach, sehr gut geworden.
Ich möchte vorweg nehmen, dass ich in den letzten Jahren ein riesiger Fan der ersten Scheibe „Appetite Of Destruction“ geworden bin. Und keiner sollte natürlich die Erwartung hegen, „Chinese Democracy“ würde in diese Richtung zielen. Dies wurde nie angekündigt und aufgrund der Entwicklung, die man über „Lies“, den beiden „Use Your Illusions“ bis zum „Spaghetti Incident“ nachverfolgen konnte, sollte niemand wirklich diese Erwartungen haben.
Wenn ich also unter dieser Prämisse dieses Album höre und auch softeren Klängen oder Mainstream Rock nicht abgeneigt bin (was ich bei Guns n’ Roses seit „Use…“ eben nicht sein darf), dann werde ich mit einem wirklich guten Album überrascht.
Meine Erwartungen waren sehr tief unten, auch geschürt durch div. Magazine, aber ich wurde positiv überrascht.
Das Album fängt an mit dem Titelsong, der einen simplen Rock-Song darstellt und dabei aber nicht weiter auffällt. Doch schon der nächste Song, Shaklers Revenge, der mit einem kräftigen krachenden Intro-Teil beginnt, in eine Doppelstimmige Strophe übergeht („Axl-Normal“ Stimme sowie die „Mr. Brownstone“ Stimme) und in einen sehr geilen Refrain mündet, zeigt, dass Axl das Gespür für Melodien und gute Songs nicht verloren hat.
Weiter geht es mit moderner angestrichenen Rockern (Better, Riad N’ The Bedouins, If The World), langsameren balladesken Stücken (Street Of Dreams, Sorry, Madagascar, This I Love) oder auch einem Stück, das von der Härte her an „Appetite…“ Tage erinnert, aber von der Qualität her nicht ganz ranreicht.
Sehr oft fällt der Einsatz von Streichern, Bläsern oder einem ganzen Orchester auf, was sich insgesamt gut macht. Bei dem eigentlich sehr modern klingenden Madagascar wird durch den Einsatz von dem bekannten Anfangs-Sample aus Civil War die Brücke zu „Use…“ Zeiten geschlagen.
This I Love hätte das Album problemlos mit einer ruhigen und traurigen Ballade beenden können, jedoch entschied sich Axl das sehr positive Prostitute noch nachzusetzen. Die Strophe könnte auch aus einem der rockigeren Songs von Robbie Williams stammen (durchaus positiv gemeint) und insgesamt bleibt nach mehrmaligem hören einfach nur der Eindruck, das GnR Fans und allgemeine Rockfans bedenkenlos zugreifen können – vorausgesetzt sie schrauben ihre Erwartungen auf ein rationales Niveau herunter.
Und sollte an der Meldung was dransein, das Axl zig Songs für ein weiteres Album schon fertig hätte, die aus dieser Songwriting Session stammen, dann kann ich nur sagen: Ich würde mich diesmal drauf freuen.